Kommt CBD bald in der Krebstherapie zum Einsatz?

Für die einen ist Cannabidiol (CBD) ein reines Lifestyle-Produkt, andere sehen in CBD Ölen und CBD Blüten fast schon ein Wundermittel, das bei den unterschiedlichsten Leiden und Problemen helfen soll. Der Cannabiswirkstoff kommt in vielen verschiedenen Produkten zum Einsatz und wird auch schon in den ersten Medikamenten eingesetzt. Eine neue Studie weckt Hoffnungen, dass CBD eines Tages auch beim Zurückdrängen von Krebserkrankungen helfen kann.

Was ist CBD und welche Wirkungen werden beobachtet?

Kommt CBD bald in der Krebstherapie zum Einsatz?Die großen Erwartungen, die auf dem Wirkstoff ruhen, kann die medizinische Forschung nur langsam überprüfen. Zu lange fristete CBD ein Nischendasein und wurde sowohl im Gesundheitsbereich als auch in der Gesellschaft allgemein wenig beachtet. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Nutzung der Hanfpflanze strengt geregelt ist und diese vielseitige Pflanze vor allem mit dem Rauchen der THC-haltigen Blüten in Verbindung gebracht wird. Cannabis, wie die Pflanze ebenfalls heißt, wurde wegen ihrer berauschenden Wirkung in Deutschland schon 1929 als Betäubungsmittel verboten und ihre sonstige Verwendung seitdem stark beschränkt.

Dabei wurde die Pflanze traditionell auch zu vielen anderen Zwecken genutzt, nicht zuletzt als Arzneimittel. Die möglichen therapeutischen und medizinischen Anwendungen finden seit einigen Jahren wieder größeres Interesse. Im Mittelpunkt steht dabei das Cannabidiol (CBD), einer von gut einhundert pflanzlichen Wirkstoffen, welche die Hanfpflanze zu bieten hat. Diesem werden schmerzlindernde, entzündungshemmende und entspannende Effekte zugeschrieben. Zudem lässt sich eine positive Wirkung bei Stress- und Angstempfinden, bei Schlafproblemen und weiteren psychischen Beschwerden beobachten.

Der Einsatz von CBD bei Krebs

Kommt CBD bald in der Krebstherapie zum Einsatz?CBD Produkte helfen schon jetzt, die Beschwerden bei Krebserkrankungen etwas erträglicher zu machen. Dazu zählt nicht nur, dass CBD eingesetzt wird, um körperliche Schmerzen sowie Erbrechen und Übelkeit in Folge einer Chemotherapie abzuschwächen. Manche Patientinnen und Patienten nutzen es auch, um die beeinträchtigte Schlafqualität zu verbessern sowie mit der Erkrankung einhergehende Depressionen und Ängste zu lindern. Interessant ist darüber hinaus aber vor allem, ob und wie CBD die Krebserkrankung direkt beeinflussen kann.

Es gibt bereits länger Hinweise darauf, dass verschiedene Cannabinoide und auch das CBD das Krebswachstum bremsen können, indem sie bei der Aktivierung und Regulierung des Immunsystems helfen, wie beispielsweise Forscherinnen und Forscher der polnischen Universitäten Rzeszów, Warschau und Lublin schon im Jahr 2016 beschrieben haben.

Wie breitet sich Krebs im Körper aus

Der Körper ist ein System im stetigen Wandel. Unaufhörlich teilen sich seine Zellen, vermehren sich und ersetzen beschädigte oder abgestorbene ältere Zellen. Dabei wird jedes Mal die DNA der Zelle kopiert. Kommt es dabei zu Fehlern, können Zellen entstehen, die nicht dem ursprünglichen Bauplan entsprechen und sich unkontrolliert vervielfachen. Werden sie vom Immunsystem nicht an der weiteren Vermehrung gehindert, bilden sie ein wucherndes Gewebe im Körper.

Man spricht von gutartigen Tumoren, wenn diese an einem Ort und auf ein Organ begrenzt bleiben und gesunde Zellen eine klare Grenze um sie aufrechterhalten. Gutartige Tumore können relativ gut behandelt und entfernt werden. Sie stellen vor allem dann eine Gefahr dar, wenn sie andere Organe einengen und an der Funktion hindern. Bösartige Tumore überschreiten diese Grenze und breiten sich überall im Körper aus.  Sie erreichen andere Organe und bilden dort ebenfalls Krebsgewebe. Je nach Ort der Krebserkrankung spricht man beispielsweise von Hautkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs usw.

Das Immunsystem des Körpers ist grundsätzlich in der Lage, Krebszellen zu bekämpfen. Seine T-Zellen und B-Zellen können eindeutig körperfremde oder krankhaft veränderte Zellen erkennen und unschädlich machen. Allerdings können Krebszellen auch unentdeckt bleiben, wenn ihre Struktur für das Immunsystem unauffällig erscheint. Zudem entsteht in jedem Fall ein Wettlauf zwischen der Reaktion des Immunsystems und dem Wachstum des Tumors.

Kommt CBD bald in der Krebstherapie zum Einsatz?In der Therapie von Krebserkrankungen wird oft auf eine Chemotherapie zurückgegriffen. Darunter versteht man den Einsatz schädlicher Stoffe, welche die Zellteilung im Körper stören und vor allem die Reproduktion der Tumorzellen einschränken oder stoppen sollen. Leider sind Tumorzellen häufig gegen einzelne oder mehrere der eingesetzten Medikamente resistent, sodass die Chemotherapie nicht zum Erfolg führt. Die Medizin erforscht daher eifrig mögliche Methoden, auch diese resistenten Krebszellen zu bekämpfen.

Eine neue Studie mit CBD macht Mut

Dabei werden auch Verfahren und Wirkstoffe untersucht, die in der Krebsbehandlung bisher noch keine zentrale Rolle spielen. In der medizinischen Zeitschrift Pharmaceuticals haben zwei Forscher des nuklearmedizinischen Instituts der Universität Odense (Dänemark) nun Ergebnisse einer vielversprechenden Studie mit CBD veröffentlicht. Der im November 2021 erschienene Artikel beschreibt die beobachtete Wirkung von CBD auf resistente Lungenkrebszellen.

Die Wissenschaftler konnten feststellen, dass CBD nicht nur grundsätzlich auf Zellen des Lungenkrebses einwirkt, sondern insbesondere auch die Stammzellen des Krebses angreift, die für das Krebswachstum und die Ausbildung von Resistenzen als zentral gelten. Durch den Einsatz von Cannabidiol sank die Lebensfähigkeit beider Zellarten und es entstand erhöhter oxidativer Stress auf das Gewebe. Damit wird ein Zustand beschrieben, bei dem ein Übermaß von reaktionsfreudigen Sauerstoffverbindungen zu einer Schädigung der Zellen führt. In der Studie konnte auch die Abtötung von Krebszellen durch die Behandlung beobachtet werden.

Vor allem angesichts des ansonsten allgemein positiv wahrgenommenen Effekts von CBD auf das Wohlbefinden könnte aus diesem Ansatz möglicherweise eine wirksame und gut verträgliche Ergänzung bestehender Krebstherapien entwickelt werden. Allerdings ist der genaue Mechanismus, wie CBD die Krebszellen chemisch angegriffen hat, noch nicht geklärt. Die Autoren der Studie weisen daher darauf hin, dass weitere Forschung nötig ist.

Ihre Ergebnisse geben aber Anlass zur Hoffnung, dass in Zukunft auch resistente Krebszellen effektiv bekämpft werden können. Natürliche Wirkstoffe wie CBD könnten dabei eine wichtige Rolle einnehmen. Die pharmazeutischen CBD Präparate, die dann vielleicht gegen resistente Tumore eingesetzt werden, hätten dann aber sicher nicht mehr viel mit den pflanzenbasierten CBD Produkten gemein, die derzeit als CBD Lebensmittel oder sogar als CBD Kosmetik im Trend liegen.

Bilder: Pexels.com

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