Der Weg zum Facharzt: Pädiatrie

Illustration einer Kinderärztin, die ein Kleinkind in einer kinderfreundlichen Praxis untersucht – symbolisch für die Facharztausbildung Pädiatrie.Die Facharztausbildung in Pädiatrie, offiziell auch Kinder- und Jugendmedizin genannt, ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Entwicklung, Diagnose, Behandlung und Prävention von Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen befasst – von der Geburt bis zur Volljährigkeit. Dabei steht nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die psychosoziale Entwicklung der jungen Patientinnen und Patienten im Fokus. Pädiaterinnen und Pädiater benötigen neben fundierter medizinischer Kompetenz auch besonderes Einfühlungsvermögen, kommunikative Stärke und ein Verständnis für die Bedürfnisse von Familien.

Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

Die Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt für Pädiatrie dauert insgesamt 60 Monate (5 Jahre) und setzt eine abgeschlossene ärztliche Approbation voraus. Sie gliedert sich wie folgt:

▸ Basisausbildung

  • 6 Monate pädiatrische Intensivmedizin sind verpflichtend. Diese Zeit kann z. B. auf einer neonatologischen oder kinderintensivmedizinischen Station abgeleistet werden.
  • Bis zu 12 Monate können in verwandten Fachgebieten wie Kinderchirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Neonatologie anerkannt werden.
  • Ein Teil der Weiterbildung (bis zu 24 Monate) kann im ambulanten Bereich erfolgen, z. B. in einer pädiatrischen Praxis.

▸ Inhalte der Fachweiterbildung

Die verbleibenden 48 Monate müssen überwiegend in der stationären und/oder ambulanten pädiatrischen Versorgung erfolgen und beinhalten:

  • Vorsorgeuntersuchungen (U1–U9), Impfberatung und Entwicklungsdiagnostik
  • Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen, z. B. Infektionskrankheiten, Asthma bronchiale, Diabetes mellitus, Allergien
  • Neonatologie: Versorgung von Früh- und Neugeborenen
  • Sozialpädiatrie: Diagnostik bei Entwicklungsstörungen, Teilleistungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten
  • Neuropädiatrie: Epilepsie, Zerebralparesen, genetische Erkrankungen
  • Psychosomatik und Notfallmedizin
  • Einblick in Themen wie Kinderschutz, Jugendhilfe und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Weiterbildung ist dokumentationspflichtig (z. B. im eLogbuch) und endet mit einer mündlich-praktischen Facharztprüfung, auf die man sich unter anderem mit dem Fachbuch „Duale Reihe Pädiatrie“ vorbereiten kann.

Aufgaben eines Pädiaters oder einer Pädiaterin

Pädiater übernehmen die ganzheitliche Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Zu ihren Aufgaben zählen:

  • Früherkennung und Prävention durch Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen
  • Behandlung akuter Erkrankungen wie Infektionen, Fieberkrankheiten, gastrointestinale Beschwerden
  • Langzeitbetreuung chronisch kranker Kinder
  • Beratung zu Ernährung, Entwicklung, Verhalten und familiären Belastungen
  • Krisenintervention bei psychischen oder sozialen Notlagen

Ein bedeutender Teil der Arbeit besteht in der Kommunikation mit Eltern, Angehörigen, Schulen und weiteren sozialen Institutionen.

Karriereperspektiven nach der Facharztprüfung

Nach bestandener Facharztprüfung stehen verschiedene berufliche Optionen offen:

  • Niederlassung in einer Kinder- und Jugendarztpraxis

    • Schwerpunkt auf ambulanter Versorgung, Impfungen und Entwicklungskontrolle

  • Tätigkeit in Kinderkliniken oder Spezialabteilungen

    • z. B. Neonatologie, Onkologie, Kardiologie, Gastroenterologie

  • Spezialisierung durch Schwerpunkt-Weiterbildungen

    • z. B. Neuropädiatrie, Neonatologie, Kinder-Endokrinologie

  • Forschung und Lehre

    • an Universitätskliniken, in Studienzentren oder pädiatrischen Fachgesellschaften

Fazit

Die Pädiatrie vereint medizinisches Wissen mit pädagogischem Geschick. Die Facharztausbildung bietet ein breites Themenspektrum von Prävention bis Intensivmedizin. Wer mit Einfühlungsvermögen, Geduld und Interesse an der kindlichen Entwicklung in die Medizin geht, findet hier ein sinnstiftendes und vielseitiges Arbeitsfeld mit Zukunft.

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