Der Fuß ist ein komplexes Körperteil. Mit etwa 26 Knochen – je nachdem, ob noch weitere akzessorische Sesambeine hinzukommen – und unzähligen Sehnen und Bändern gehört der Fuß nicht nur unter Medizinstudenten im Anatomiekurs zu den komplizierteren Gebilden des menschlichen Körpers. Es ist also nicht gerade verwunderlich, dass es sowohl während des Wachstums als auch im Laufe degenerativer Prozesse zu zahlreichen Fußfehlstellungen kommen kann. Wird eine solche Fehlstellung nicht oder erst spät erkannt, kann es schnell zu Fehlbelastungen und weiteren strukturellen, degenerativen Schädigungen kommen. Oftmals sind dabei nicht nur die Fuß- und Zehengelenke betroffen. Fußfehlstellungen können sich auch auf die Knie, die Hüftgelenke oder die Wirbelsäule auswirken.
Fußfehlstellungen frühzeitig erkennen
Das Wichtigste ist das rechtzeitige Erkennen einer Fußfehlstellung. Kinderärzte achten oftmals ebenso auf die richtige Fußstellung wie Hausärzte und überweisen Betroffene bei Auffälligkeiten an einen Orthopäden. Auch wenn man nicht vom Fach ist, sollte man bei sich selbst oder bei seinen Kindern darauf achten, ein abnormales Fußgewölbe – beispielsweise einen Plattfuß, Senkfuß, Spreizfuß oder Hohlfuß – frühzeitig zu erkennen. Auch eine übermäßige Hornhautbildung an bestimmten Stellen kann auf eine Fehlbelastung hindeuten. Häufig werden solche Auffälligkeiten zudem bei einer podologischen Behandlung oder bei der Fußpflege erkannt.
Operation oder konservative Therapie?
Wurde eine Fußfehlstellung erkannt, reicht in über 90 Prozent der Fälle eine konservative Therapie mit orthopädischen Einlagen für die Schuhe – am besten in Verbindung mit einer stabilen Sohle – aus. Heutzutage gibt es ein großes Angebot an Schuheinlagen, die mitunter ein massageähnliches Gefühl beim Gehen versprechen. Wichtig ist jedoch, dass die Einlagen auf die jeweilige Fußfehlstellung und die individuelle Fußanatomie abgestimmt werden.
Auch Physiotherapie beziehungsweise Krankengymnastik kann in vielen Fällen eine Fehlbelastung behandeln oder vorbeugen, damit keine weiteren Schäden an Sehnen oder Muskeln entstehen. Eine moderne physiotherapeutische Praxiseinrichtung mit geeigneten Trainingsgeräten und ausreichend Platz für funktionelle Übungen unterstützt dabei eine individuell abgestimmte Behandlung.
Bei ausgeprägten angeborenen Fehlstellungen oder Fehlbildungen des Fußes kann in seltenen Fällen auch eine operative Behandlung notwendig werden. Sogenannte Umstellungsosteotomien sorgen mithilfe von Schrauben oder Titanplatten dafür, dass die Fußarchitektur in die richtige Stellung gebracht wird. Solche Operationen werden von Spezialisten in entsprechenden Kliniken regelmäßig durchgeführt und können sich insbesondere bei Kindern lohnen, um frühe degenerative Prozesse wie Arthrose zu vermeiden.
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