Weitere Änderung der AO geplant

Am kommenden Mittwoch möchte das Landesgesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen einen neuen Änderungsantrag zur AO (Approbationsordnung) im Gesundheitsausschuss des Bundesrats einbringen. Dieser Antrag beinhaltet eine Abschaffung des bisher geltenden Wahltertials im Praktischen Jahr des Medizinstudiums.

Stattdessen soll in Zukunft jeder PJ-Student einen viermonatigen Zwangsabschnitt in einer Hausarztpraxis absolvieren, um mehr Augenmerk auf die Allgemeinmedizin zu legen.

Die Studierenden im Marburger Bund, im Hartmannbund und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) warnen hingegen vor den Plänen der Landesgesundheitsministerien: „Ein Zwangstertial für fast 10.000 Studierende pro Jahr in einer Hausarztpraxis ist nur mit erheblichen Qualitätsverlusten in der Lehre umzusetzen, so dass dem Ziel einer Attraktivitätssteigerung der Allgemeinmedizin hier zwangsläufig entgegen gewirkt wird.“

Außerdem verschärfe eine einseitige Fokusierung auf den Nachwuchsmangel in der Allgemeinmedizin die mindestens genauso großen Problemen in anderen medizinischen Disziplinen.

Kürzung des Studiums bald auf 5 Jahre?

Die zuständige EU-Kommission hat in der letzten Woche den Vorschlag formuliert, das Medizinstudium europaeinheitlich von derzeit sechs Jahren Regelstudienzeit auf fünf zu verkürzen. Das Mindestmaß an Unterrichtszeit soll unverändert bei 5500 Stunden bleiben.

„Von den 5500 Mindeststunden, die an einer Universität oder unter Aufsicht einer Universität geleistet werden, entfallen 1920 Ausbildungsstunden auf das Praktische Jahr“, erklärt Professor Dieter Bitter-Suermann, Präsident des Medizinischen Fakultätentages. Der Rest des Studiums müsste dann also in 4 statt in wie bisher 5 Jahren umgesetzt werden. Dass dies weder umsetzbar noch wünschenswert ist, dürfte klar sein.

Diese Neuregelung würde das ohnehin schon straffe Studienprogramm weiter verdichten, was zu einer extremen Mehrbelastung für Studenten und Dozenten führen würde. Es könnte dadurch nicht nur zu einer Häufung von Studienabbrüchen kommen. Auch die praktische Lehre würde auf der Strecke bleiben, denn weder das vorklinische Pflegedienstpraktikum noch Famulaturen oder die intensiven Prüfungszeiten zählen in die 5500 Mindeststunden des Medizinstudiums.

Rüdiger Strehl, Generalsekretär des Verbandes der Universitätsklinika mahnt: „“Mit der vorgeschlagenen Verdichtung des Medizinstudiums würde langfristig die Versorgungsqualität abnehmen.“

Auch die Deutsche Hochschulmedizin stellt sich gegen den Vorschlag aus Brüssel und spricht sich für die Fortführung des Medizinstudiums mit einer Dauer von sechs Jahren bei einer Unterrichtszeit von wie bisher 5.500 Stunden aus.

Rezension: „Duale Reihe Pharmakologie und Toxikologie“

Duale Reihe Pharmakologie und ToxikologieSeit September 2011 gibt es das erfolgreiche Duale-Reihe-Format aus dem Hause Thieme nun auch für die Pharmakologie und die Toxikologie.

Das Buch vereint modernes Design, ansprechende Bilder und das integrierte Kurzlehrbuch-Konzept am Seitenrand mit aktuellen und lernstoffdeckenden Inhalten. Es gliedert sich dabei in vier große Kapitel: Den Anfang macht der Teil der allgemeinen Pharmakologie (beispielsweise Pharmakodynamik und -kinetik). Teil B behandelt die klinische Pharmakologie übergreifender Systeme (Autonomes Nervensystem, Ionenkanäle, kardiovaskuläres System, GIT…), Teil C die klinische Pharmakologie einzelner Organsysteme und wichtiger Indikationsgebiete (ZNS, Gefäße, Niere…) und der vierte Teil abschließend die Toxikologie.

Auffallend sind nicht nur die ansprechenden Bilder und Farben, die das Design prägen, sondern auch die Schemazeichnungen, die Signalwege erläutern. Immer wieder finden sich Merke-Kästen oder Exkurse, in denen auch kritische oder aktuelle Inhalte Platz finden, wie zum Beispiel die Propofolüberdosis von Michael Jackson oder das Chinarestaurant-Syndrom.

Fazit:

Die neue Duale Reihe Pharmakologie und Toxikologie vom Thieme-Verlag eignet sich hervorragend zum Lernen auf die Klausur und ist mit ihrem modernen Aussehen auch vorlesungsbegleitend super einzusetzen. Sie hat eine angenehme Länge und zum schnellen Nachlesen reicht manchmal auch der zusammenfassende Text am Rand. Das Lehrbuch ist meiner Meinung nach eine angenehme Mischung aus dem Aktories und dem Kurzlehrbuch von Thomas Herdegen. Punktabzüge gibt es nur für manche Medikamententabellen, die mit all ihren pharmakologischen Details etwas zu ausführlich scheinen.

Kurzinfo:

Autor(en):Karl Heinz Graefe, Werner Lutz Heinz Bönisch
Verlag:Thieme
Auflage:1.
Erscheinungsjahr:2011
Seitenanzahl:800
Abbildungen:
400
Preis:49,99 €

Rezension: „BASICS Klinische Chemie“

Basics Klinische ChemieFür viele Studenten ist Klinische Chemie eher ein kleineres Fach, für das sie nicht allzu viel Zeit verwenden möchten. Genau diesen Ansprüchen wird das BASICS Klinische Chemie gerecht.

Es ist im klassischen BASICS-Stil gehalten, d. h. das Buch beginnt mit einem allgemeinen Teil, der auf 2 Doppelseiten die Präanalytik und die Befundinterpretation behandelt. Generell werden alle Themen auf einer Doppelseite abgehandelt und enden mit einer kleinen Zusammenfassung am Seitenende.

Der spezielle Teil dehnt sich danach auf circa 100 Seiten aus und ist unterteilt in die Überkapitel „Diagnostik nach Stoffklassen“, „Diagnostik nach Organsystemen“ und „Spezielle Diagnostik“ (Entzündung, Maligne Erkrankungen, Körperflüssigkeiten).

Abgeschlossen wird das runde Angebot mit 3 verschiedenen Fallbeispielen und jeweils 3 verschiedenen Szenarien, die man zum Lernabschluss auch schön mit Kommilitonen besprechen kann. Im Anhang gibt es dann noch alle mögliche Labor-Normalwerte in bisher genutzten und den SI-Einheiten.

Fazit:

Das BASICS Klinische Chemie dürfte wirklich für die meisten Studenten für dieses Fach ausreichen, um eine gute Abschlussklausur zu schreiben. Es bietet auf seinen 135 Seiten gut geschriebene Texte in angenehm kleinen Abschnitten und viele Grafiken zur Verdeutlichung. Das BASICS geht nicht zu sehr ins Detail und lässt sich dadurch auch perfekt zum Nachschlagen nutzen.

Kurzinfo:

Autor(en):Nicolas Graf, Robert Gürkov
Verlag:Elsevier
Auflage:2.
Erscheinungsjahr:2010
Seitenanzahl:135
Abbildungen:
100
Preis:19,95 €

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Änderung der AO vertagt

Der Ausschuss für Kulturfragen des Bundesrats hat den für heute geplanten Beschluss über die Kabinettsvorlage der Änderung der Approbationsordnung bis auf Weiteres vertagt.

Unter den Studierenden weckte dies Unmut, da sich bis zuletzt kein Verband außer des medizinischen Fakultätentags gegen die geplante Anpassung der ärztlichen Approbationsordnung ausgesprochen hatte.

Die geplante Änderung der Approbationsordnung beinhaltet neben der bundesweiten Einführung eines PJ-Logbuchs und der Möglichkeit höherer Mobilität während des Praktischen Jahrs (keine Beschränkung auf das Bundesland, in dem man an einer Universität eingeschrieben ist) vor allem auch die Spaltung des 2. Staatsexamens (Hammerexamen). Demnach soll der schriftliche Teil der Prüfung in Zukunft vor dem und der praktische Teil dann nach dem PJ abgenommen werden.

Rezension: „Kurzatlas Chirurgie“

Kurzatlas ChirurgieWer als Student vor einer Famulatur, einem Blockpraktikum oder dem PJ-Tertial in der Chirurgie steht, sollte sich gewissenhaft darauf vorbereiten.

Der „Kurzatlas Chirurgie – Eine Operationslehre für Einsteiger“ bietet für diesen Zweck genau die richtige Basis.

Das Buch leitet mit ein paar Vorbemerkungen (Allgemeine präoperative Diagnostik, Absolute / relative Kontraindikationen, Aufklärung des Patienten…) und einer Instrumentenlehre. Nach dieser Einführung werden dem Leser die wichtigsten Informationen zu Nähten und Knoten gegeben. Auch Drainagen, Katheter, Zugänge und verschiedene Punktionen werden in diesem 2. Kapitel (Allgemeine Chirurgie erklärt). Das Schöne hieran ist vor allem, dass sich bei den Erklärtexten nur auf das Wesentliche beschränkt wurde und es jede Menge Tipps und Tricks zu den Fertigkeiten genannt werden. Neben diesen Texten gibt es immer auch aussagekräftige Zeichnungen, die dem Studenten vieles verdeutlichen.

Nach den chirurgischen Grundlagen werden bestimmte spezielle Methoden vorgestellt, wie zum Beispiel die Lymphknoten-Entfernung, die Tracheostomie, die laparoskopische Appendektomie, Hernien oder auch unfallchirurgische Versorgungen wie der Unterschenkel-Fixateur-externe. Insgesamt bietet das Buch auf diese Weise gut geordnete Informationen (nach dem Schema Indikation, Operationsvorbereitung, Spezielle Risiken, Anästhesie, Lagerung, Zugang, Operationsschritte, Gefahren und Tricks) zu genau 50 chirurgischen Methoden.

Fazit:

In Schumpelicks „Kurzatlas Chirurgie“ findet man wirklich sehr viele gute Tipps, die es einem ermöglichen sich auf die häufigsten Fälle in der Chirurgie in einem angehmen Maße vorzubereiten. Leider fehlt zwar ein kleines Kapitel zur Hygiene im OP-Saal, das man sich zur Abrundung wünschen würde, aber trotzdem bleibt dieses Lehrbuch ein sehr gelungenes, das man sich wirklich vor bzw. spätestens während den ersten chirurgischen Erfahrungen in der Klinik zu Gemüte führen sollte.

Kurzinfo:

Autor(en):Volker Schumpelick
Verlag:Thieme
Auflage:1.
Erscheinungsjahr:2011
Seitenanzahl:190
Abbildungen:
412
Preis:59,99 €

Rezension: „EKG pocketcard Set“

EKG pocketcard SetSobald man zu seiner ersten Famulatur oder für das erste Blockpraktikum in der Klinik ist, merkt man, wie wichtig ein EKG-Lineal in der Kitteltasche sein kann. Mit EKG-Auswertungen hat man nämlich eigentlich auf jeder Station zu tun.

Das EKG pocketcard Set vom Börm Bruckmeier Verlag besteht aus 3 zusammengenieteten Einzelblättern aus widerstandsfähigem Kunststoff, von denen eine Karte durchsichtig ist und somit super für die Frequenzbestimmung anhand der R-Zacken auf 25mm- oder 50mm-EKG-Papier oder als Amplitudenlineal verwendet werden kann. Zusätzlich findet man auf dieser Seite noch einen Cabrerakreis, EKG-Normwerte und eine Tabelle für die relative QT-Dauer.

Die beiden anderen Karten sind jeweils doppelt bedruckt und darauf findet man richtig viel Inhalt. Isgesamt stehen dort 45 pathologische EKG-Varianten (Herzhypertrophie, Schenkelblock, AV-Blockierungen, Bradykarde Rhythmusstörungen, Tachykarde Rhythmusstörungen, Anhaltende Kammertachykardien, Elektrolystörungen und Karditis und Kardiomyopathie), die immer auch kurz erklärt sind und auf die man schnell mal einen Blick werfen kann, wenn Unklarheit besteht.

Auf der 3. Seite gibt es dann noch eine Übersicht über Myokardischämien und eine kleine Hilfe zur Bestimmung der Lagetypen. EKG-Differentialdiagnosen, Präexzitationssyndrome und die Bazett-Formel und der Sokolov-Index runden das unglaublich große Angebot dieser 3 kleinen Karten ab. Auf der Rückseite gibt es dann nochmal eine Checkliste, die einem ein hilfreiches systematisches Vorgehen bei der Beurteilung eines EKGs nahelegt.

Fazit:

Das EKG pocketcard Set beinhaltet alle wichtigen Fakten, die man zur EKG-Auswertung braucht. Das Set passt super in die Kitteltasche und kann einem in vielen Situationen eine große Hilfe sein. Gebündeltes Wissen und trotzdem übersichtlich – So sollten Kittelkarten aufgebaut sein.

Kurzinfo:

Autor(en):
Verlag:Börm Bruckmeier
Auflage:2.
Erscheinungsjahr:2009
Seitenanzahl:6
Abbildungen:
10
Preis:4,95 €

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