Rezension: „Taschenatlas Anatomie: Nervensystem und Sinnesorgane“

Taschenatlas Anatomie, Band 3: Nervensystem und Sinnesorgane (Thieme)Der 3. Band der Reihe „Taschenatlas Anatomie“ widmet sich der Neuroanatomie und komplettiert damit das Trio aus dem Hause Thieme. Viele Studenten haben vor diesem Teil der Anatomie den größten Respekt und halten ihn für sehr komplex. Wir haben das Buch für Euch getestet.

Zielgruppe:

Medizin- und Zahnmedizinstudenten der Vorklinik.

Aufbau / Didaktik:

Nach einem einleitenden Kapitel mit Grundlagen des Aufbaus und der Entwicklung des Nervensystems folgen insgesamt 11 weitere Kapitel. Dabei werden das Rückenmark, die verschiedenen Hirnanteile, das Gefäß- und Liquorsystem und das vegetative Nervensystem behandelt, bevor es in den abschließenden Abschnitten um das Sehen, Hören und das Gleichgewichtsorgan geht. Natürlich kommt auch wieder die klassische Text-Bild-Aufteilung der Doppelseiten zum Einsatz, wie man sie bereits aus den Vorauflagen und dem ersten und zweiten Band kennt. Wie in den anderen Teilen wirken die Abbildungen zwar auf den ersten Blick etwas angegraut, aber gerade bei Verläufen der Leitungsbahnen oder für die Topographie sind sie enorm hilfreich.

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Online-Petition für ein faires PJ

Mit 3,75 Euro pro Stunde reicht der Verdienst eines Medizinstudenten im PJ meistens nicht mal für die Miete aus.Nach dem 2. Staatsexamen stehen für die Medizinstudenten insgesamt 12 Monate im Rahmen des Praktischen Jahres in einem Krankenhaus oder teils auch in einer Praxis an. Innerhalb dieser 3 Tertiale (à 4 Monate) geht es für die Studenten darum, das theoretische Wissen in die Tat umzusetzen und in der Patientenversorgung erste Erfahrungen und praktische Fähigkeiten zu erwerben. Wie in anderen Studiengängen (zum Beispiel Lehramt oder Jura) gehört dieses Praxisjahr zur Ausbildung innerhalb des Studiums. Ein PJler arbeitet ca. 40 Stunden pro Woche und hat innerhalb dieses Jahres zwar 30 Tage Urlaub, muss diese jedoch auch für Krankheitstage verwenden. Die Bedingungen für das PJ variieren von Krankenhaus zu Krankenhaus stark.

Wenn die Studenten für ihre Arbeit eine Bezahlung bekommen, dann nie mehr als 600 Euro pro Monat. Das entspricht einem Studenlohn von 3,75 Euro, was natürlich weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. Lehramt- oder Jurastudenten erhalten jedoch eine weitaus höhere und fairere Bezahlung während ihres Referendariats. Ohne finanzielle Unterstützung der Eltern ist das Medizinstudium jedoch nicht abzuschließen, dieses System schließt sozial Schwache somit vom Arztberuf aus. Außerdem gibt es nicht überall eine vernünftige Struktur, um durch Kurse und Selbststudium für eine gute Ausbildung zu sorgen.

Um auf diese Probleme hinzuweisen und um das System durch konkrete Punkte zu verbessern, hat die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e. V. (bvmd) eine Online-Petition gestartet.

Unterstützer und Befürworter einer guten und umfassenden Ausbildung für Medizinstudenten im Praktischen Jahr können sich online unter https://www.openpetition.de/petition/online/petition-fuer-ein-faires-praktisches-jahr-im-medizinstudium eintragen und somit die Position der bvmd gegenüber des Bundesministeriums für Gesundheit, dem medizinischen Fakultätentag, der Gesundheitsministerkonferenz, dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands und gegenüber der Deutschen Krankenhausgesellschaft zu stärken. Die Petition kann als erster Schritt in die richtige Richtung für ein besseres und faires Medizinstudium gelten.

Rezension: „Anästhesie pocket“

Anästhesie pocketMedizinbücher sind normalerweise dick und schwer: Umso beeindruckender also, wenn sich jemand an einer Kurzversion eines Faches versucht. „Anästhesie pocket“ ist für die (ohnehin meist schon sehr volle) OP-Kasak-Tasche des Anästhesisten konzipiert und deshalb besonders klein und handlich gestaltet.

Zielgruppe:

Dieses Büchlein eignet sich gut für Anästhesie-Assistenzärzte in den ersten Lehrjahren. Für Studenten ist es zu praxisorientiert, um die Grundlagen der Anästhesie zu vermitteln.

Aufbau / Didaktik:

„Anästhesie pocket“ ist in 13 Kapitel aufgeteilt, die anhand von grünen Reitern am rechten Rand auch ohne Inhaltsverzeichnis schnell zu unterscheiden sind. Auf 231 Seiten finden sich stichpunktartig angeordnete Informationen, häufig auch in tabellarischer Form, als Schaubild oder als Diagramm. Die Schrift ist sehr klein und oft sind die Seiten gedrängt voll, was mit Sicherheit an dem Ehrgeiz der Autoren liegt, das Buch als möglichst vollständigen Praxisbegleiter zu präsentieren.
Die Flussdiagramme sind dafür sehr übersichtlich gestaltet und insbesondere die vielen Abbildungen (z.B. verschiedene Kapnometrie- oder arterielle Druck-Kurven mit Erklärungen) werden den hilfesuchenden Assistenten dankbar stimmen. Das farbige Layout ist für das Auge sehr angenehm und lockert insbesondere die textlastigen Seiten etwas auf.

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Rezension: „MEDI-LEARN Skriptenreihe Gesamtpaket“

Das Gesamtpaket der MEDI-LEARN SkriptenreiheSeit Anfang des Jahres gibt es die MEDI-LEARN Skriptenreihe in der mittlerweile 8. Auflage. Was gibt es Neues? Welche Inhalte sind gleich geblieben? Wir haben die Skripte unter die Lupe genommen.

Zielgruppe:

Die Skripte richten sich natürlich vor allem an Medizinstudenten im 4. Semester, die sich in der unmittelbaren Vorbereitung auf das Physikum befinden. Aber auch schon in den früheren Semestern kann ein Blick in die Skripte nicht schaden.

Aufbau / Didaktik:

Das Gesamtpaket der Skriptenreihe besteht aus insgesamt 42 Skripten. Neben der einzelnen Fächer Anatomie (7 Bände), Biochemie (7 Bände), Biologie (2 Bände), Chemie (2 Bände), Histologie (3 Bände), Lernstrategien (1 Band), Mathe/Physik (2 Bände), Physiologie (6 Bände), Psychologie (4 Bände) gehören ein Skript zu Lernstrategien und insgesamt 8 Bände mit ausgedruckten Examensfragen zum Paket. Außerdem bekommt man ein Biochemie-Poster und einen Lizenzschlüssel für die Online-Plattform „Das bringt Punkte“ dazu. Die Hefte sind dabei immer ähnlich aufgebaut und machen insgesamt einen moderneren Eindruck als die Vorauflagen. Zwar gibt es leider kein Rippenspreitzer-Cartoon mehr auf dem Einband, dafür erscheinen die Inhaltsseiten aber aufgeräumter und bauen weiterhin auf die bekannten Features mit Relevanz-Angaben, Merke-Kästen, der Rubrik „Übrigens“, „Das bringt Punkte“ sowie kleine Pausen-Hinweise an bestimmten Stellen im Heft. Hinter „Fürs Mündliche“ verbergen sich Tipps zur mündlichen Physikumsprüfung, die sich durch die Auswertung von mehreren Tausend Prüfungsprotokollen ergeben haben. Für den ein oder anderen könnten diese gut aufgearbeiteten Hinweise in einem Extra-Heft geballt besser zur Geltung kommen, wenn man sich nach der schriftlichen gezielt auf die mündliche Prüfung vorbereitet. Im orangenen Abschnitt „Kreuzen“ findet man die Verweise zu den entsprechenden mitgelieferten IMPP-Fragen Examensfragen oder zu passenden Kapiteln, die man bei Amboss online kreuzen kann.

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Zahnmedizin in Heidelberg #6: Das Vorphysikum

Myrièlle studiert im 1. Semester Zahnmedizin in Heidelberg.Myrièlle ist 19 Jahre alt und hat im Oktober 2017 ihr Zahnmedizinstudium an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg begonnen. Damit startet für sie ein neuer Lebensabschnitt in einer neuen Stadt mit neuen Freunden, neuen Tagesabläufen und vielen neuen Eindrücken. In mehreren Beiträgen schildert Myrièlle ihre Erfahrungen vom neuen Leben als Zahni.


Sechs Wochen nach der Integrierten Klausur stand dann auch schon das Vorphysikum an. Das ist die naturwissenschaftliche Vorprüfung und stellt die erste staatliche Prüfung im Studium der Zahnmedizin dar. In aller Regel finden die Prüfungen nach dem 2. Semester statt – möglich ist aber auch eine Teilnahme nach dem 3. Semester, wenn die Prüfungen geschoben wurden oder man zur Zweitprüfung antritt.

Um teilnehmen zu dürfen, müssen alle Scheine der Fächer Biologie, Chemie und Physik für Mediziner vorliegen. Die Prüfungen finden mündlich statt, in den jeweils 15-20 Minuten kann alles gefragt werden, was die letzten zwei Semester gelehrt wurde. Geprüft wird in Gruppen von jeweils vier Studenten. Zwei bis vier Wochen vor Prüfungsstart versendet die Uni Briefe, in denen die Prüfer sowie die Prüfungstage mitgeteilt werden. Ich habe diese erste große Hürde nach vielen einsamen Bib-Stunden und schlaflosen Nächten — Gott sei Dank – hinter mir. Aber da die Informationen, die man erhält teilweise etwas dürftig sind, hier ein paar Tipps:

Organisation

Das Vorphysikum gilt im Zahnmedizinstudium als die erste große Hürde.Das Vorphysikum gilt im Zahnmedizinstudium als die erste große Hürde.Es ist eine staatliche Prüfung. Nur mit Studentenausweis bewaffnet kurz vor knapp am Prüfungsort aufzutauchen, reicht einfach nicht. Von Abiturzeugnis bis hin zu Geburtsurkunde, Immatrikulationsbescheinigung und Zulassungsantrag muss alles fristgerecht bei der Universität vorliegen. Was genau ihr braucht, erfahrt ihr schon weit im Voraus von eurer Uni. Denkt aber daran, euch frühzeitig um die Geburtsurkunde zu kümmern – bei manchen Gemeinden bekommt man beglaubigte Kopien anscheinend nur vor Ort. Die schriftliche Ladung der Universität solltet ihr ebenfalls zu den Terminen mitnehmen, das kontrollieren einige Prüfer!

Höhersemestrige

Wie immer kann es nicht schaden von dem Wissen derer, die den Spaß schon hinter sich haben, zu profitieren. Bei uns haben einige der höheren Semester extra einen Infoabend veranstaltet, um uns mit dem nötigen Input zu versorgen. Welche Lehrbücher eignen sich für die kurzfristige Vorbereitung? Welcher Prüfer bevorzugt welche Themen? Schaut auch, dass ihr an Gedankenprotokolle kommt. Schon allein zu wissen auf welchem Niveau das Ganze erwartet wird, bringt sehr viel.

Kontakt zum Prüfer

Die Dozenten haben bezüglich der Prüfungsinhalte zwar einen Rahmen vorgegeben, dennoch kann sich die Art der Prüfung sehr unterscheiden. Während der eine nur mündlich abfragt, möchte der andere alles gezeichnet oder direkt unterm Mikroskop gezeigt bekommen. Also: Schließt euch mit den anderen Prüflingen kurz und fragt direkt an der Quelle nach. Einige Prüfer geben tatsächliche Hinweise bezüglich ihres Erwartungshorizontes oder vereinbaren einen Vortermin, um alles Wichtige abzuklären und sich schon einmal mit Ihren Prüflingen bekannt zu machen.

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Allergische Reaktionen bei Kontrastmittelgabe am CT

Sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich gehört die Schnittbildgebung mittlerweile zum ganz normalen Alltag. Ohne die Bilder werden nur noch wenige Diagnosen gestellt. In den meisten Fällen wird dabei auf die auf Röntgenstrahlen basierende Computertomographie zurückgegriffen, da sie vielerorts verfügbar ist und die Bilder schnell erzeugt werden können.

Untersuchungen im CT-Scanner sind ein wichtiger Pfeiler der Diagnostik vieler Krankheitsbilder.

Bei vielen Fragestellungen werden die Schnittbilder mit ionischen Kontrastmitteln angefertigt, die während der Untersuchung intravenös verabreicht werden. Zu den Indikationen, die eine Kontrastmittelgabe über die Vene unverzichtbar machen, gehören zum Beispiel: Die Frage nach einer Lungenarterienembolie, Untersuchungen von Gefäßen, Fokussuche bei unklaren Infektionen, Staginguntersuchungen bei Tumorerkrankungen. Gegebenenfalls kann auch mal die orale oder rektale Kontrastmittelgabe Sinn machen, wenn man den Magen-Darm-Trakt genauer darstellen möchte.

Intravenöse Röntgen-Kontrastmittel für CT-Untersuchungen sind also generell sehr sinnvoll und birgen nur wenige Risiken. Neben einer Schädigung der Nieren (bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr jedoch nahezu unbedenklich) und einer hyperthyreoten Stoffwechsellage (fast ausschließlich für Patienten mit SchilddrüsenÜBERfunktion relevant) kommt es bei weniger als 5 Prozent der Patienten zu einer Kontrastmittelunverträglichkeit.

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Haarausfall bei Chemotherapie – Perücke oder Mütze?

Weil es bei einer Chemotherapie häufig zu Haarausfall kommt, sind die meisten Frauen nach einer Krebsdiagnose verzweifeplt. Ohne Wimpern, Augenbrauen und Haarpracht fühlen sich viele ihrer Identität und Schönheit beraubt, ja geradezu stigmatisiert. Jeder kann erkennen, was mit ihnen los ist. Die Chemo lässt bei vielen Krebspatientinnen die Kopfhaare komplett ausfallen. Jeder sieht kahl gewordenen Frauen an, dass sie Krebspatientinnen sind.

Um den kahlen Kopf zu verbergen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, die Betroffenen tragen eine Perücke – oder sie hüllen den Kopf in ein Kopftuch, einen Turban oder eine Mütze. Problematisch ist allerdings, dass die aufgemalten Augenbrauen einen Hinweis auf den Haarausfall geben. Viele Frauen finden einen Trost darin, offensiv mit ihrer Krebserkrankung umzugehen. Sie tauschen Schönheitstipps aus, wagen eine Typveränderung mittels einer Perücke oder betreiben selbstbewusst einen Blog im Internet. In den USA ist „self-empowerment“ eine beliebte Strategie, mit solchen Herausforderungen umzugehen. Sich selbst zu ermächtigen, diese Krankheit samt dem möglichen Haarausfall mit Bravour zu meisten, kann tatsächlich die Psyche stärken.

Warum kommt es bei einer Krebserkrankung zu Haarausfall?

Durch Zytostatika kommt es während einer Chemotherapie häufig zum Ausfall des Haupthaares.Haarausfall durch eine Chemotherapie ist die häufigste Art des kompletten Haarverlustes. Der Grund für den Haarausfall sind die zur Behandlung eingesetzten Zytostatika. Diese wirken besonders aggressiv auf Körperzellen, die sich schnell teilen und vermehren – wie die Krebszellen. Dadurch schädigen Krebsmedikamente insbesondere die Haut- und Haarwurzelzellen, die Schleimhäute und die Blutkörperchen. Hauptsächlich vom Haarausfall betroffen sind die Kopfhaare. Ihr tägliches Wachstum beträgt üblicherweise ein Drittel Millimeter. Vom gesamten Haarschopf sind fast 90 Prozent der Haarzellen in ständiger Teilung begriffen. Das macht die Haare besonders anfällig, von den Wirkungen der Zytostatika betroffen zu sein.

Etwas anders wirkt die Chemo auf die Körperbehaarung, die Wimpern und Augenbrauen. Da sich bei diesen nur 10- 20 Prozent der Haarwurzelzellen in Teilung befinden, fallen diese Haare weniger leicht aus. Im Übrigen sind entgegen aller Befürchtungen auch nicht alle Patienten bei einer Chemotherapie vom kompletten Haarausfall betroffen. Der Haarausfall ist abhängig von der Veranlagung sowie der Art und der Dosierung der verabreichten Zytostatika. Ein zunehmender oder kompletter Haarausfall geschieht bei bestimmten Krebsmedikamenten nach etwa zwei bis maximal vier Wochen. Je niedriger die Chemo-Medikamente dosiert werden, desto länger dauert es, bis alle Haare in Büscheln ausgefallen sind. Es kann auch zu einem teilweisen Haarverlust auf dem Kopf kommen. Erkennbar ist dieser für andere erst, wenn mehr als die Hälfte der Haare ausgefallen sind.

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