Ähnlich wie das Mediscript StaR von Elsevier hat auch Thieme mit dem „AllEx – Alles fürs Examen“ im September des letzten Jahres ein neues Kompendium für das 2. Staatsexamen veröffentlicht. Es soll Studenten bei der Vorbereitung auf die vielen zu lernenden Fächer (von Arbeitsmedizin bis hin zur Urologie) helfen und einen guten Überblick verschaffen, ohne sich zu sehr in verwirrenden Details zu verlieren.
Von außen wirkt die AllEx-Reihe sehr wuchtig: 3 Bücher à jeweils 800-1000 Seiten (insgesamt circa 6 Kilo schwer) und ein eigenes Heft für das Sachverzeichnis wirken auf den ersten Blick sehr erdrückend. Vielleicht wären Einteilungen auf kleinere Bücher sinnvoll gewesen, um das Schleppen in die Bibliothek zu erleichtern. Dass es ein eigenes Sachverzeichnisheftchen gibt, macht wirklich Sinn und erleichtert das Nachschlagen deutlich. Außerdem findet sich in diesem 4. Teil des Kompendiums auch ein 100-Tage-Lernplan, den man auch auf der Internetseite von Thieme ausdrucken kann. Mittlerweile wird wahrscheinlich kaum noch jemand ohne Lernplan für das Physikum oder Hammerexamen lernen, da es die Übersicht verbessert und fehlende Lerninhalte verhindert. Dieser Plan dürfte also für viele Studenten eine gute Hilfestellung sein, auf die gerne zurückgegriffen wird.
Designtechnisch ordnen sich die AllEx-Bücher nahtlos in die übersichtliche Aufteilung aller anderen Thieme-Lehrbücher (vor allem Kurzlehrbücher und Duale Reihen) ein. Neben vielen Abbildungen aus Primärlehrbüchern finden sich auch Merke-Kästen und zusätzlich noch vormarkierte Textpassagen, die auf öfters geprüfte Prüfungsinhalte hinweisen. Dadurch, dass die unterschiedlichen Fächer und einzelnen Kapitel von jeweils anderen Autoren geschrieben wurden, liest sich jeder Abschnitt etwas anders. Insgesamt gibt es aber in Sachen Leseleichtigkeit und Verständnis kaum Ausreißer nach unten.
Großes Manko dieses Kompendiums: Es beinhaltet eine ganze Latte voll Fehlern. Mittlerweile gibt es ein 25 Seiten starkes Erratum (Korrekturliste), das von Thieme regelmäßig erneuert wird. Rechtschreibfehler gehören zu den kleinsten, denn es sind vor allem die inhaltlichen Fehler, die schwer daran zweifeln lassen, ob die Bücher vor der Veröffentlichung überhaupt einmal gegengelesen wurden. Arzneinamen sind falsch, Einheiten stimmen nicht oder an manchen Stellen kommt ein „erhöht“ vor, wo es doch eigentlich „erniedrigt“ heißen müsste.
Fazit:
Dieses Kompendium aus dem Hause Thieme bietet wirklich eine Menge und dürfte vielen Studenten die arbeitsintensive Examensvorbereitung erleichtern. Man hat alle wichtigen Inhalte auf einen Blick und muss nicht viele verschieden Bücher zurate ziehen. In Innere Medizin oder Chirurgie kann man das natürlich machen, wenn man das möchte, aber in den meisten anderen Fächern ist es nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Diese Fächer kann man mit dem AllEx auch schon bei Semesterabschlussklausuren oder anderen Zwischenprüfungen vorbereiten. Neben der Aufteilung auf lediglich 3 Bücher überwiegen auf der Negativseite natürlich vor allem die inhaltlichen Fehler, denen sich Thieme stellen muss. Wieso wurde das Werk nicht erst nochmal kontrolliert, bevor es auf den Markt kam? Hat man das Erratum erst einmal in das Buch eingearbeitet, hat man natürlich eine super Gruundlage für eine optimale Examensvorbereitung, doch die Fülle und Dreistigkeit der Fehler bleibt mehr als nur ein fader Beigeschmack.
Kurzinfo:
| Autor(en): | Verschiedene |
| Verlag: | Thieme |
| Auflage: | 1. |
| Erscheinungsjahr: | 2012 |
| Seitenanzahl: | 2740 |
| Abbildungen: | 1080 |
| Preis: | 149,99 € |
| Preis-Leistungs-Verhältnis (1 = mies, 10 = grandios): | 6 |

Gerade in letzter Zeit bekommt das Fach Allgemeinmedizin neuen Antrieb in der öffentlichen Wahrnehmung. Für Medizinstudenten ist es schon länger ein Fach, in dem sie auch im zweiten Staatsexamen geprüft werden. Für alle, die nun neu in die klinischen Semester kommen, ist aufgrund der Neuerung der Approbationsordnung eine Famulatur in einer Hausarztpraxis Pflicht. Höchste Zeit also, sich auch mit der dafür gebotenen Literatur auseinander zu setzen.
Der Kurs der Rechtsmedizin kommt an den meisten Universitäten im achten, neunten oder zehnten Semester des Medizinstudiums vor. Auch wenn viele Studenten sich nicht vorstellen können, später mal als Rechtsmediziner zu arbeiten, empfinden doch relativ viele dieses Fach als interessant.
Was für die Innere Medizin der Herold ist, bietet der „Müller“ für die Chirurgie. Das Lehrbuch „Chirurgie für Studium und Praxis 2012/13“ reiht sich ein in die Tradition sogenannter Skriptensammlungen. Dabei meint diese Bezeichnung vor allem eines: Kurz, prägnant und prüfungsrelevant.
Wie schon die siebte Auflage dieses Klassikers, präsentiert sich auch die neue Ausgabe in der gewohnten Qualität.
Mediscript StaR heißt das neueste Repetitorium aus dem Hause Elsevier, das sich ganz dem 2. Staatsexamen, dem sogenannten Hammerexamen, widmet.