Rezension: „PROMETHEUS Innere Organe“

Prometheus Innere Organe

Auch für den Anatomie-Kurs der inneren Organe gibt es aus der Prometheus-Reihe den passenden Atlas. An vielen Universitäten ist dieser Kurs der zweite und schließt sich dem einführenden Präparierkurs des Bewegungsystems an.

Im Vergleich zum Prometheus der allgemeinen Anatomie und des Bewegungssystems ist dieser etwas dünner, enthält aber die gewohnt guten und realitätsnahen Abbildungen. Wer den Atlas mit in den Präpraum nimmt, merkt schnell, wie leicht es fällt, die Bilder am Präparat nachzuvollziehen.

Der Lernatlas beginnt mit der Embryonalentwicklung der Organsysteme und gliedert sich dann in die inneren Organe sowie deren Leitungsbahnen und Topografie. Sogenannte Steckbriefe fassen die wichtigsten Informationen über die einzelnen Organe zusammen und erleichtern das Wiederholen und Festigen des Gelernten. Zusätzlich gibt es immer wieder auch Exkurse und Hinweise zu klinischen Diagnoseverfahren oder Operationsmethoden. Der praktische Bezug wird also auch beim Auswendiglernen der anatomischen Grundlagen der Organe gewahrt.

Fazit:

Der Prometheus Innere Organe ist der kürzeste und kostengünstigste der Triologie von Thieme. Zum Lernen für die Klausur in Anatomie und auch das damit verbundene Testat reicht dieser Lernatlas vielen Studenten aus, sodass nicht unbedingt ein weiteres Lehrbuch gebraucht wird. Die Texte lassen sich flüssig lesen und enthalten das Wichtigste. Anfängliche Fehler sind in der 3. Auflage längst behoben und die plastischen Abbildungen und das moderne Design sprechen für sich. Für jeden Medizin- und Zahnmedizinstudenten wird dieser Atlas während der Lernphase für die entsprechende Klausur und auch für das spätere Physikum ein unabdingbarer Begleiter sein.

Kurzinfo:

 Autor(en):Michael Schünke, Erik Schulte, Udo Schumacher, Markus Voll, Karl Wesker
 Verlag:Thieme
 Auflage:3.
 Erscheinungsjahr:2012
 Seitenanzahl:512
 Abbildungen:
1352
 Preis:54,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
7

Rezension: „mediscript StaR“

mediscript StaRMediscript StaR heißt das neueste Repetitorium aus dem Hause Elsevier, das sich ganz dem 2. Staatsexamen, dem sogenannten Hammerexamen, widmet.

Aufgeteilt auf zwei Bände enthält das Repetitorium jedes der 32 Fächer, die vom IMPP schriftlich abgeprüft werden. Dabei enthält der erste Teil der Skripten die Innere Medizin, die allgemeine Pharmakologie und Pathologie sowie die wichtigsten Punkte der bildgebenden Verfahren. Das zweite Buch befasst sich dann mit Teilgebieten wie Chirurgie, Orthopädie, Neurologie, Psychatrie, Gynäkologie, Pädiatrie und vielen kleinen Fächern. Insgesamt ist der zweite Teil des Repetitoriums damit zirka 200 Seiten länger.

Gleich beim Betrachten der ersten Seite fällt schon auf, dass sich die Verfasser und Herausgeber des Kompendiums darum bemüht haben, dem Studenten mit diesem Werk ein komplettes Lernkonzept mit an die Hand zu geben. Zusammen mit den beiden Lehrbüchern kauft man nämlich bei diesem Paket auch einen Online-Zugang auf der Verlagsseite, der es einem ermöglicht, umfassend und überlegt an das Lernpensum zu gehen. Neben weiteren Infos zu den Themen bekommt man auf der Mediscript-Seite die Möglichkeit das Gelernte direkt zu überprüfen, indem man passend zu den Lernthemen relevante IMPP-Fragen kreuzt. Außerdem sollte man sich online gleich zu Anfang einen Lernkalender basteln, den man individuell anpassen kann. Denn wer kennt nicht das Problem, das man bekommt, wenn man den Überblick über den Stoffumfang verliert und einem plötzlich die Zeit davonrennt?!

Nun zum Inhalt der Bücher: Die einzelnen Kapitel beginnen sinnigerweise damit, dem Leser erst einmal aufzuzeigen, welche Prüfungsinhalte bisher vom IMPP häufig gefragt wurden. Besonders prüfungsrelevante Passagen sind zudem innerhalb des Kapitels mit einer Linie am Rand markiert. Die ausgereifte Didaktik des Repetitoriums wird durch die bekannten Merke-Kästen (rot unterlegt) und Querverweise zu anderen Fachgebieten abgerundet. Die Texte lassen sich flüssig lesen und sind angenehm in Abschnitte und Absätze gegliedert. Bei besonders wichtigen Inhalten ist auch mal ein Bild in Farbe oder auch in Schwarz/Weiß beigefügt.

Fazit:

Das neue Kompendium für das zweite Staatsexamen ist absolut empfehlenswert. Es erleichtert einem die Vorbereitung enorm, da man die Prüfungsinhalte nicht erst noch mühsam zusammensuchen muss. Zusätzlich bietet das mediscript StaR ein ausgereiftes Online-Konzept, das vom Lernkalender bis zu den so wichtigen IMPP-Examensfragen reicht. Man merkt also sofort, wo noch Defizite bestehen und kann dort dann gezielt ansetzen. Insgesamt also ein wirklich gelungenes Werk, das sicher vielen Studenten zu einer erfolgreichen Examensvorbereitung verhelfen wird.

Kurzinfo:

Autor(en):Matthias Angstwurm, Thomas Kia
Verlag:Elsevier
Auflage:1.
Erscheinungsjahr:2012
Seitenanzahl:2534
Abbildungen:
631 (143 schwarz/weiß, 488 farbig)
Preis:149,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
7

>> „medscript StaR“ bestellen

Rezension: „Schmerzmedizin – 1000 Fragen“

Schmerzmedizin - 1000 FragenDas kürzlich erschiene Lehrbuch „Schmerzmedizin – 1000 Fragen“ gliedert sich in einen allgemeinen und einen speziellen Teil und enthält dabei ausschließlich Fragen, deren Antworten und eine kurze Erläuterung. Dieses Konzept erscheint auf den ersten Blick nicht ganz umfassend, doch wenn man sich dem Buch annimmt, merkt man schnell, wie gut man mit diesem Prinzip lernen kann. Immerhin lernen viele Studenten ja bereits ab dem ersten Semester beim sogenannten „Kreuzen“, also dem Beantworten von Klausur- oder Examensfragen.

Der allgemeine Teil des Lehrbuches behandelt die grundlegenden Fakten zu Schmerzen, also beispielsweise die Psychologie, die beim Schmerzempfinden eine Rolle spielt, die Klassifikation oder die Befunderhebung, die sich zumeist nicht ganz einfach darstellt.

Im speziellen Teil gehen die Autoren dann auf die verschiedenen Schmerzarten (Tumorschmerz, neuropathischer Schmerz, Gelenkschmerz, viszeraler Schmerz etc.) ein und erläutern auch spezielle Therapiesituationen, wie die Schmerztherapie bei Kindern, alten Menschen oder auch typische Rückenschmerzen bei Schwangeren.

Fazit:

Das Buch liest sich wirklich sehr angenehm und kann durch die kurzen Fragen gut auf Reisen oder vor dem Schlafengehen für Wissenszuwachs oder -auffrischung sorgen. Die insgesamt 1025 Fragen („Schmerztherapie – 1025 Fragen“ hört sich natürlich nicht so gut an) decken fast das komplette Spektrum der Schmerztherapie ab. Mit der Thematik und dem Detailwissen, das das Lehrbuch vermittelt, richtet es sich vor allem an werdende Anästhesisten, die auch die Zusatzbezeichnung „spezielle Schmerztherapie“ erlangen wollen. Für Studenten ist „Schmerztherapie – 1000 Fragen“ interessant und auch wichtig für die spätere Arbeit, jedoch nicht so sehr prüfungsrelevant, weil das Wissen zumindest im schriftlichen Examen verhältnismäßig kurz abgeprüft wird.

Kurzinfo:

Autor(en):Michael Bernateck, Matthias Karst, Rainer Sabatowski, Dieter Siebrecht
Verlag:Thieme
Auflage:1.
Erscheinungsjahr:2012
Seitenanzahl:250
Abbildungen:
30
Preis:49,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
4

Neu: „Weblinks“ auf medizin-blog.info

Weblinks für MedizinstudentenAuf Anfrage einiger unserer User haben wir unsere Website nun um eine weitere Unterseite erweitert.

Ab sofort findet ihr in der Rubrik „Weblinks“ praktische Verlinkungen aus den Bereichen „Internetseiten der Goethe-Universität Frankfurt am Main“, „Fachschaftsgruppen Medizin der Uni Frankfurt“, „Informationen und Nachschlagewerke“, „Prüfungsvorbereitung“, „Organisationen und Verbände“ und „Promotion“.

Natürlich werden wir auch hier unser Angebot ständig ausbauen und aktuell halten. Über Feedback freuen wir uns wie immer.

Vorschau: So geht es weiter bei uns

Folgende Lehrbücher bzw. Lehr-DVDs werden wir in den nächsten Wochen und Monaten für Euch lesen und hier vorstellen:

  • Mediscript StaR – Das Staatsexamen-Repetitorium zum Hammerexamen (Elsevier), 1. Auflage
  • Schmerzmedizin – 1000 Fragen (Thieme), 1. Auflage
  • Anästhesie-Intensivmedizin-Notfallmedizin (Schattauer), 8. Auflage
  • Chirurgie für Studium und Praxis 2012/13 (Medizinische Verlags- und Informationsdienste), 11. Auflage
  • Gynäkologie und Urologie für Studium und Praxis 2012/13 (Medizinische Verlags- und Informationsdienste), 6. Auflage
  • Neurologie und Psychatrie für Studium und Praxis 2011/12 (Medizinische Verlags- und Informationsdienste), 8. Auflage
  • Rechtsmedizin interaktiv (Schattauer), DVD, 2. Auflage
  • Duale Reihe Physiologie (Thieme), 2. Auflage

Natürlich informieren wir Euch wie gewohnt auch per Newsletter über unsere Buchbesprechungen und sonstigen Neuigkeiten.

Serie Doktorarbeit (Teil 1): Welche Promotionsarbeit passt zu mir?

Für manche Studenten beginnt die Suche bereits vor dem Physikum. Für viele erst danach so richtig. Doch braucht man wirklich einen Doktortitel und wieviel Aufwand macht Sinn?

Wie finde ich die passende Doktorarbeit?Zuerst einmal sollte man sich fragen, was man mit der Doktorarbeit überhaupt erreichen möchte. Manchen geht es eigentlich nur um die zwei Buchstaben vor dem Nachnamen. Manche andere möchten sich mit der Arbeit eine gute Grundlage für den späteren Berufsweg schaffen, weil sie zum Beispiel eine universitäre Laufbahn einschlagen möchten oder ihre zukunft in der Forschung sehen.

Wenn man zu dieser Gruppe gehört, lohnt es sich auf jeden Fall eine aufwendige Arbeit zu beginnen. Experimentelle Studien über mehrere Jahre mit 30 oder mehr Probanden sind dabei am angesehensten und versprechen die Chance auf eine gute Note. Allerdings sind sie am arbeitsintensivsten und oft nicht ohne mindestens ein Freisemester zu meistern. Eventuell kann die Doktorarbeit dann aber mit der entsprechenden Veröffentlichung und Vorstellungen auf Kongressen dazu führen,dass man sich neben der Examensnote und der persönlichen Erscheinung einen weiteren Pluspunkt für das Vorstellungsgespräch am Wunsch-Arbeitsplatz sichert.

Wem es aber hingegen nur um den Titel an sich geht, der sollte auf zu viel Schnickschnack verzichten und sich eher für eine retrospektive Promotionsarbeit entscheiden, bei der es hauptsächlich um die statistische Auswertung bereits erhobener Daten geht. Diese Art dauert in den meisten Fällen nicht ganz so lange wie eine experimentelle Arbeit und lässt sich sogar manchmal neben dem Studium her fertig stellen.

Man sollte sich also vorher genau fragen, wieviel Aufwand man sich zumuten möchte und wofür man diesen zu leisten bereit ist.

Im nächsten Teil unserer Serie über Doktorarbeiten gehen wir auf die Frage ein, wie man denn überhaupt eine findet und worauf man bei der Entscheidung für oder gegen eine Doktorandenstelle achten sollte.

Die wichtigsten Änderungen der Approbationsordnung im Überblick

Die Änderung der Approbationsordnung hat in den letzten Wochen zu viel Verwirrung unter Medizinstudenten geführt. Antworten auf viele Fragen liefert nun die neueste Ausgabe der Marburger Bund Zeitung:

Die neue Approbationsordnung sieht die Abschaffung des sogeannten Hammerexamens vorWem bleibt das Hammerexamen erspart?

Die Studierenden der Humanmedizin, die nach dem 1. Januar 2014 das Praktische Jahr (PJ) beginnen, sind direkt von den Neuregelungen zur Ärztlichen Prüfung betroffen. Die Splittung des Examens in drei Abschnitte wird erstmals im Frühjahr 2014 greifen,  sodass es im Jahr 2014 zwei „parallele“ Prüfungstermine im Frühjahr und Herbst gibt: Wer sein PJ im August 2013 beginnt, der muss noch das alte Hammerexamen nach dem PJ meistern. Er hat eine Prüfung, das sogenannte Hammerexamen mit schriftlichem und mündlichem Teil, am Ende des PJ. Derjenige, der danach, also im Mai 2014, beginnt, wird das neue Examen ablegen. Er muss somit den schriftlichen Teil der Ärztlichen Prüfung bereits vor dem PJ erledigen. Fazit: Wer das „Hammerexamen“ umgehen will, darf insbesondere das PJ nicht vor 2014 aufnehmen. Für alle anderen gilt diesbezüglich die alte Approbationsordnung.

Wie sehen die Prüfungen künftig aus?

Die bisherige Zweite Ärztliche Prüfung, das sog. Hammerexamen, wird nicht mehr wie bisher am Ende des PJ abgelegt. Dessen erster Teil, das schriftliche Examen, wird vor das PJ gezogen. Dies wird der neue Zweite Abschnitt der Prüfung. Der mündliche Teil bleibt am Ende des PJ. Dies ist dann der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.

Der neue Zweite Abschnitt findet im April und Oktober statt. Diese schriftliche Prüfung darf jetzt auch rechnergestützt durchgeführt werden.

Das alte PJ begann jeweils in der zweiten Hälfte der Monate Februar und August. Künftig beginnt es im Mai und November, also ziemlich kurz hinter der schriftlichen Prüfung.

Der dritte neue Abschnitt, also die mündliche Prüfung, findet dann nach neuem Recht nach dem PJ im Mai und Juni oder November und Dezember statt. Es bleiben also drei Monate Zeit, um sich auf die mündliche Prüfung vorzubereiten.

Mehr Mobilität im PJ

Die Studierenden bekommen die Wahl, ihr PJ entweder in den Universitätskrankenhäusern der Heimatuniversität oder in anderen Universitätskrankenhäusern oder Lehrkrankenhäusern anderer Universitäten zu absolvieren, sofern dort genügend Plätze vorhanden sind. Sie bleiben aus Sicht des Medizinischen Fakultätentages (MFT) bei ihrer Heimatuniversität immatrikuliert und absolvieren dort den Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.

Für die Möglichkeit, einen Teilabschnitt des PJ (maximal acht Wochen) in geeigneten ambulanten Einrichtungen oder Lehrpraxen abzuleisten, ist ein entsprechender Vertrag mit der Uni und das Einvernehmen der zuständigen Gesundheitsbehörde erforderlich. Im Wahlfach Allgemeinmedizin wird die Ausbildung während des gesamten PJ in einer allgemeinmedizinischen Lehrpraxis absolviert.

In jedem Falle ist ein PJ-Logbuch nun vorgeschrieben. Das Logbuch der jeweiligen Universität des Lehrkrankenhauses (und nicht der Heimatuniversität) ist bindend. Dies gilt für alle Einrichtungen, also nicht nur für Lehrkrankenhäuser, sondern auch für Lehrpraxen und ab 1. April 2013.

Mehr Teilzeit möglich

Bereits mit Verkündung im Bundesgesetzblatt ist es möglich geworden, das PJ in Studienteilzeit zu erbringen. Bei einem hälftigen Teilzeitmodell verlängert sich das PJ auf zwei Jahre. Wie dies bei 75-prozentiger Teilzeit aussieht, ist mit dem jeweiligen Landesprüfungsamt zu klären.

Die Operation "Neue Approbationsordnung" ist geglückt: Sie beinhaltet eine Reihe von (Er-) Neuerungen.Mehr erlaubte Fehltage

Die Zahl an erlaubten Fehltagen während des PJs ist von 20 auf 30 erhöht worden. Davon dürfen maximal 20 Fehltage in einem Tertial liegen. Dies gilt seit Verkündung der Verordnung – also seit dem 23. Juli 2012. Eine Übergangsregelung für jene, die zurzeit im PJ sind, gibt es zumindest bislang nicht.

Deckel auf PJ-Entschädigung

Per Verordnung von oben wurde nun festgelegt, dass die Geld- oder Sachleistungen den Bedarf für Auszubildende nach § 13 Abs.1 Nummer 2 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes nicht überschreiten dürfen. Als monatlicher Bedarf gelten demnach zurzeit für Auszubildende an Hochschulen 373 Euro monatlich. Ab 1. April 2013 sollen Lehrkrankenhäuser nicht mehr einen höheren Betrag zahlen dürfen. Bereits jetzt zahlen aber einige Lehrkrankenhäuser eine Aufwandspauschale, die weit über diesem Satz liegt. Offensichtlich soll dies gekappt werden. Fest steht: Diese Obergrenze macht das Praktische Jahr nicht besser, aber an manchen Kliniken billiger.

Mehr PJ-Plätze in der Allgemeinmedizin

Bis Oktober 2015 müssen zehn Prozent, bis Oktober 2017 zwanzig Prozent aller Studierenden an der jeweiligen Universität  ihr Wahltertial in der Allgemeinmedizin machen können. Die Medizinischen Fakultäten müssen dafür eine genügend große Zahl an Plätzen zur Verfügung stellen. Ab Oktober 2019 muss jeder Studierende, der sein Wahltertial in der Allgemeinmedizin machen will, dies auch können. Interessant also für alle, die sich vorstellen können später einmal in der Allgemeinmedizin zu arbeiten, egal ob sie Arbeit in einer Großstadt oder auf dem Land suchen.

Blockpraktikum in der Allgemeinmedizin

Künftig muss das Blockpraktikum in der Allgemeinmedizin mindestens zwei Wochen dauern. Nach bisherigen Vorgaben konnte die Länge aller Blockpraktika zwischen ein bis sechs Wochen variieren. Die Verpflichtung auf ein zweiwöchiges Blockpraktikum in der Allgemeinmedizin gilt ab 1. Oktober 2013, dies bedeutet nach Einschätzung des MFT, dass die Universitäten das zweiwöchige Blockpraktikum in der Allgemeinmedizin erst ab dem 1. Oktober 2013 anbieten müssen. Es sei Zugangsvoraussetzung für das neue PJ. Wer somit im Frühjahr 2013 nach altem Recht noch ins PJ geht, muss nach Einschätzung des MFT lediglich ein einwöchiges Blockpraktikum in der Allgemeinmedizin nachweisen. Alle, die dagegen im Frühjahr 2014 nach neuem Recht die Zulassung beantragen, müssen die Absolvierung eines zweiwöchigen Blockpraktikums in der Allgemeinmedizin nachweisen.

Famulatur in der hausärztlichen Versorgung

Ab Oktober 2013 müssen Studierende einen Monat ihrer viermonatigen Famulatur in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung ableisten. Der Kreis der Hausärzte ist dabei nicht auf Allgemeinmediziner beschränkt. Vielmehr zählt der Gesetzgeber weiterhin dazu:
– Kinderärzte
– Internisten ohne Schwerpunktbezeichnung, die die Teilnahme an der hausärztlichen Versorgung gewählt haben, sowie
– Ärzte, die nach § 95a Abs. 4 und 5 Satz 1 SGB V in das Arztregister eingetragen sind, und
– Ärzte, die am 31. Dezember 2000 an der hausärztlichen Versorgung teilgenommen haben.

Der Teufel steckt im Detail – und zwar in den Übergangsregelungen.

Querschnittsbereich Schmerzmedizin

Den bisherigen 13 Querschnittsbereichen wird die „Schmerzmedizin“ als Nummer 14 hinzugefügt. Jeder, der sich ab Oktober 2016 zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung anmeldet, muss Schmerzmedizin als Querschnittsbereich nachweisen können. Dies werden zumeist Studierende sein, die im Oktober 2011 das Studium aufgenommen haben. Bei Zeitverzögerungen trifft die neue Nachweispflicht nach Einschätzung des MFT aber auch Studierende, die das Studium bereits vor Oktober 2011 aufgenommen haben. Mehr Stunden sind für die Querschnittsbereiche jedoch nicht vorgesehen, sodass die Fakultäten bestehende Stundenkontingente wohl umorganisieren werden.

Im ursprünglichen Referentenentwurf war noch ein Querschnittsbereich 13 „Palliativ- und Schmerzmedizin“ geplant. Dies wurde auf Anregung der angesprochenen Fachgesellschaften und des Bundesrates verändert. Da die „Schmerzbehandlung“ bereits nach geltendem Recht Teil des Prüfungsstoffes im neuen Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist, dient nach Ansicht des Bundesrates die Ergänzung der Klarstellung, dass Schmerzmedizin auch über die Versorgung Schwerstkranker und Sterbender hinaus Gegenstand der ärztlichen Ausbildung ist.

Wesen statt Pflege

Nach Auffassung des Bundesrates stellt der öffentliche Gesundheitsdienst neben der ambulanten und stationären Versorgung die dritte Säule der medizinischen Versorgung dar. Daher sollten die Studierenden während des Medizinstudiums auch ausreichende Kenntnisse über das öffentliche Gesundheitswesen erlangen.

Durch die neue Approbationsordnung gibt es wieder eine Trennung des zweiten und dritten medizinischen Staatsexamens.Aus diesem Grunde wurde die Bezeichnung des Querschnittsbereich 3 „Öffentliche Gesundheitspflege“ durch die Bezeichnung „Öffentliches Gesundheitswesen“ ersetzt. Dazu gehören Kenntnisse über die Schwerpunktbereiche des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Hierzu zählt der Infektionsschutz (einschließlich Hygiene und Krankenhaushygiene), der umweltbezogene Gesundheitsschutz, der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (einschließlich der Mundgesundheit), die Sozialpsychiatrie, die sozialmedizinische Begutachtung sowie die Gesundheitsberichterstattung und das Wissen über die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland, also die Kranken, Renten, Arbeitslosen und Pflegeversicherung.

Nun müssen Ärzte, die in diesem Bereich arbeiten, nur noch angemessen bezahlt werden, wofür der MB schon seit geraumer Zeit kämpft. Eine Umbenennung des Querschnittsbereichs allein reicht nicht aus.

Jetzt Prüfungsstoff: Gesprächsführung

Gesichtspunkte der ärztlichen Gesprächsführung sind ab sofort Gegenstand der Ausbildung. Dies ist somit sofort Gegenstand des alten Zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung, und damit nach Ansicht des MFT auch Teil des  mündlichen und schriftlichen Teils der Prüfung nach neuem Recht.

Ab dem 1. Januar 2014 gilt laut neuer Approbationsordnung, dass die Gesichtspunkte der ärztlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten in der ärztlichen Gesprächsführung lediglich im Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung geprüft werden.

Praktikum der Krankenpflege

Pflegepraktika bzw. Arbeitszeiten in „Einrichtungen der Rehabilitation mit erheblichem Pflegeaufwand“ werden als Pflegepraktika gemäß § 6 der Ärztlichen Approbationsordnung anerkannt. Wer einen Bundesfreiwilligen- und Jugendfreiwilligendienst  in der Krankenpflege absolviert hat, kann dies ab sofort auf das Krankenpflegepraktikum anrechnen. Als Krankenpflegepraktikum werden der Rettungsassistent, Altenpfleger, Altenpflegehelfer (wenn die Ausbildung mindestens ein Jahr gedauert hat) oder die Hebamme/Geburtshelferin anerkannt.

Quelle: Marburger Bund Zeitung, Ausgabe 11, 3. August 2012

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