Rezension: AMBOSS – Lernprogramm für Medizinstudium und Hammerexamen

Zur Zeit lernen bundesweit wieder viele Medizinstudenten für das im April kommende 2. Staatsexamen. Dabei fällt auf, dass immer mehr neben den arrivierten Methoden (Thieme Examen Online, Schwarze Reihe, Exaplan, AllEx oder Medisript Star) auch auf das neue Online-Lernprogramm Amboss zurückgreifen.

Das Lernprogramm Amboss eignet sich für die Examensvorbereitung, aber auch für das Lernen auf Klausuren im Vorfeld. 12 Monate kosten 90 Euro.Dabei handelt es sich um ein Programm, das über das Internet verfügbar ist und alle Inhalte liefert, die es für die Examensvorbereitung braucht. Das heißt, dass es sich dabei nicht nur um ein Kreuzprogramm wie bei Thiemen Examen Online handelt, sondern es ebenfalls die Möglichkeit gibt aus sogenannten „Lernkarten“, die skriptartige aufgebaut sind, zu lernen. Das kann man entweder je nach Thema und eigenem Lernplan tun oder praktischerweise nach einem angepassten 100-Tage-Plan, der einem vorgibt, welche Lernkarten (also Themen) man wann lernen sollte und zusätzlich eine Fragesession mit 40-90 Fragen vorgibt, die das Tagesprogramm abrundet. Der Lernplan orientiert sich dabei grob an dem Thieme-100-Tage-Plan und beginnt ebenfalls mit Innere Medizin. Ab Tag 86 bekommt man Zeit für Wiederholungen und dafür die letzten 2 Examina in Echtzeit zu bearbeiten, da diese beim täglichen Kreuzen extra außen vor gelassen werden.

Bei Amboss kreuzt man ab dem 1. Lerntag drauf los, was dem ein oder anderen unpraktisch vorkommt, weil man so auch oft Fragen zu Themen bekommt, die man noch nicht bearbeitet hat. Der Hintergrund ist aber, dass Amboss so testet, wie gut die eignen Vorkenntnisse zu den einzelnen Themen sind und dem Studenten so den sogenannten Study-Status anzeigen kann, der darauf hinweist, welche Inhalte man sich besonders gut anschauen sollte. Gepaart mit der Anzahl der Fragen, die bisher zu diesem Thema gestellt wurden, sieht man so in der sogenannten Bibliotheksübersicht (Übersicht der Lernkarten) auf einen Blick, welche Themen besonders wichtig und lernenswert sind. Die Statistik, die hinter diesem System steckt, ist also gut durchdacht, auch wenn man anfangs sicherlich viele Fragen nicht beantworten kann. Durch dieses System bemerkt man außerdem einen enormen Lerneffekt, da man die Inhalte ja dann auch mindestens 2 mal an verschiedenen Tagen lernt: Einmal beim Kreuzen und einmal beim Lesen der Lernkarte.

Die Lernkarten an sich sind alle mehr oder weniger gleich aufgebaut, aber natürlich unterschiedlich lang. Sie beginnen immer mit einem Abstract, also einer kleinen textlichen Einleitung. Darauf folgen dann Abschnitte wie „Definition“, „Epidemiologie“, „Diagnostik“, „Symptome“, „Therapie“, „Komplikationen“ und beinhalten auch immer wieder wichtige Bilder. Bisher gefragte Inhalte kann man sich gelb markieren lassen, was bei deutlicherer Farbausprägung bedeutet, dass diese Fakten häufiger geprüft wurden. Der Stil, in dem diese Lernkarten gehalten sind, erinnert stark an Skripte wie den Herold oder den Müller in Chirurgie oder Gynäkologie. Im Vergleich zu Kompendien wie dem AllEx oder Mediscript Star hat man so das nötige Wissen in möglichst kompakter Form, was einem vor allem unter Zeitdruck zugute kommen kann.

Das Lernen läuft mit Amboss stets online ab und beinhaltet das Lesen von sogeannten Lernkarten und das anschließende Kreuzen von alten IMPP-Fragen.

Leider merkt man beim Kreuzen, dass die Bilder in den Lernkarten alten IMPP-Fragen entstammen, sodass man sich gerade in Dermatologie vom Wissensstand her vielleicht etwas betrügt, weil man die genau gleichen Bilder ja schon beim Lernen gesehen hat und sie sich deshalb leichter zuordnen lassen. Ein weiterer kleiner Minuspunkt ist der Umstand, dass man bei den vielfach verlinken Inhalten leider schnell mal den Überblick verliert und nicht mehr weiß, zu welchem Lerntag ein bestimmtes Thema gehört, da dies auf den Lernkarten nicht vermerkt ist. Wenn man zum Beispiel also auch beim Kreuzen auf die Divertikulose kommt, da nach dieser in einer Frage eingegangen wird, kann man nicht genau nachvollziehen, an welchem Lerntag diese behandelt wird. Inhaltlicht finden sich im Vergleich zu vergleichbaren Kompendien übrigens nur wenige Fehler, die sich dann meistens lediglich auf die Epidemiologie beziehen.

Fazit:

Das Lernprogramm Amboss, das übrigens größtenteils von Medizinstudenten entwickelt wurde, dürfte für viele Examensaspiranten eine große Erleichterung bei der Vorbereitung darstellen. Man kann es sowohl zum Kreuzen als auch zum echten Lernen einsetzen. Und das geht nicht nur fürs Examen, sondern macht auch schon bei Klausuren vorher Sinn. Man bekommt genau das vorgekaut, was vom IMPP häufig gefragt wird und erhält durch das so wichtige tägliche Kreuzen ein Gefühl für die Fragen und Fälle. Leider ist das ständige Lernen vor dem PC oder Laptop ja nicht für jeden etwas und gerade Studenten, die sich leicht mal von Youtube und Co. ablenken lassen, könnten gefährdet sein, das Tagespensum nicht zu schaffen. Für alle anderen ist Amboss mit Sicherheit eine der besten, wenn nicht sogar die beste Lösung für die Examensvorbereitung. Preislich bewegt sich das Programm übrigens auf einem günstigen Niveau: 6 Monate (die ja dann für den 100-Tage-Plan oder mehr reichen) kosten 60 Euro.

Medizintechnik – Branche mit Zukunft und Innovation

Die Bildgebenden Verfahren mit CT und MRT nehmen den größten Teil der innovativen Medizintechnik ein.Der wissenschaftliche und industrielle Bereich rund um die Medizin und die Pharmazie wächst stetig. Neben den klassischen gesundheitsorientierten Berufen, gibt es auch immer spezifischere Berufe, die das Ingenieurwesen mit der Medizin verbinden. So verzeichnet die Medizintechnik-Branche seit Jahren steigende Absatzzahlen und wird deshalb durch Fördergelder des Bundes noch weiter unterstützt.

Neben dem klassischen Ausbildungsberuf des Medizintechnikers gibt es nun seit einiger Zeit auch allgemeine und speziellere Bachelor- (drei Jahre) und Master-Studiengänge (zwei Jahre) an vielen deutschen Universitäten, die dann mit dem Bachelor oder Master of Science abschließen. In den USA gibt es auch schon viele PhD-Programme in dieser Branche. Neben dem klassischen Ingenieurfach Physik werden dabei vor allem medizinische Informatik, biomedizinische Technik und Klinik-Ingenieurwesen (Biotechnik, Molekularbiologie und Hygientechnik) gelehrt. Außerdem können auch medizinische Fächer wie Physiologie oder auch Anatomie mit einem Präparationskurs zum Lehrplan gehören.

Die Innovationskraft der Medizintechnik-Branche haben seit ein paar Jahren auch führende Wirtschaftskräfte und Politiker des Bundesministerium für Bildung und Forschung erkannt. Kleine und mittelständische Unternehmen dieses Bereichs werden mit Geldern des Bundes auch 2014 wieder verstärkt unterstützt, um den Innovationsprozess der Medizintechnik in Deutschland weiter voran zu treiben. Außerdem sollen Neuerungen auch schneller zur Anwendung kommen und so dem Patienten im Krankenhaus oder in der ambulanten Behandlung direkt zugute kommen. Derzeit verzeichnet das Bundesministerium für Forschung und Technologie circa 1100 laufende öffentliche medizintechnische Forschungsprojekte. Geht man nach der internationalen Literatur sind vor allem die immer einflussreicheren „Bildgebenden Verfahren“ (Röntgen, CT, MRT, Endoskopie) das derzeit bedeutendste Forschungsgebiet.

Das weltweit einflussreichste Medizintechnik-Unternehmen ist das ursprüngliche Pharmaunternehmen Roche aus der Schweiz mit 31,2 Millarden Euro Umsatz in diesem Bereich im Jahr 2007. Danach folgen in dieser Rangliste die amerikanischen Konzerne Abott, Johnson & Johnson und General Electric. Mit knapp 10 Millarden Euro Jahresumsatz liegen Fresenius Medical Care und das traditionsreiche Münchener Unternehmen Siemens als deutsche Vertreter in Lauerstellung auf die Konkurrenz.

Die Medizintechnik verbindet also die beiden Jobgaranten Medizin und das Ingenieurwesen und ist deshalb eine zukunftsorientierte, aufstrebende Branche in der westlichen Arbeitswelt.

Bild: renjith krishnan / FreeDigitalPhotos.net

Rezension: „Basislehrbuch Innere Medizin“

Basislehrbuch Innere Medizin, 5. Auflage, ElsevierDas Basislehrbuch Innere Medizin von Herbert Renz-Polster und Steffen Krautzig gehört auch in der aktuellen 5. Auflage zu den Vorreitern in diesem Fach.

Vieles, und vor allem die Qualität, ist im Vergleich zur 4. Auflage des Buches gleich geblieben. Es teilt sich diesmal in 14 Kapitel ein mit anschließenden Fallbeispielen und einer klinisch-pathologischen Konferenz zu verschiedenen Themen, die man online abrufen kann. Das ist auch gleich schon eine der auffälligsten Neuheiten an der 5. Auflage: Wie andere Neuauflagen aus dem Elsevier-Verlag, gibt es auch im Basislehrbuch Innere Medizin eine persönliche PIN, durch die sich Online-Inhalte freischalten und verwenden lassen. Auf mediscript-online.de lassen sich dann wichtige Themen effizient vertiefen und Single-Choice-Fragen beantworten, wodurch das Gelernte auch gleich getestet werden kann.

Angenehm ist auch der feste Bucheinbund, der dem circa 1200 Seiten dicken Wälzer genügend Stabilität für den Transport verleiht. Die Texte sind nach wie vor sehr gut geschrieben und fügen sich nahtlos in die didaktisch sinnvolle Konstellation von Abbildungen, Merke-Kästen, Gut-Zu-Wissen-Boxen, Tabellen, Grafiken und zahlreichen Praxisbezügen ein. Zu Beginn eines jeden Kapitels wird auch nochmal aufgezeigt, wo bei dem Thema die Prüfungsschwerpunkte bisher lagen.

Fazit:

Das Basislehrbuch Innere Medizin ist nach wie vor ein sehr gut ausgereiftes Lehrbuch, dass sich aufgrund der umfassenden Bedeutung der Inneren Medizin vielfältig einsetzen lässt. Vom Nacharbeiten von Vorlesungen ab dem 5. Semester über die Vorbereitung auf Semesterabschlussklausuren bis hin zur Examensvorbereitung macht das Buch eine durchweg gute Figur. Anders als beim Vorgängermodell gibt es nun allerdings keine abgespecktere Lehrbuchvariante mit Soft-Cover mehr, aber immerhin noch ein zwanzig Euro günstigeres E-Book im PDF-Format.

Kurzinfo:

Autor(en):Herbert Renz-Polster, Steffen Krautzig
Verlag:Elsevier
Auflage:5.
Erscheinungsjahr:2012
Seitenanzahl:1216
Abbildungen:
Keine genauen Angaben
Preis:64,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
7

>> „Basislehrbuch Innere Medizin“ bestellen

Rezension: „Leichenschau“

Leichenschau - Differenzialdiagnostik häufiger BefundeMit dem Fach Rechtsmedizin kommen die meisten Mediziner nur im Studium in Kontakt. Trotzdem wird es oft als interessant bezeichnet und ab und zu auch als Wahlfach im Praktischen Jahr oder Famulaturfach gewählt. Das Buch „Leichenschau – Differenzialdiagnostik häufiger Befunde“ eignet sich also spätestens dann zur Vor- und Nachbereitung der rechtsmedizinischen Inhalte.

Gegliedert ist das Lehrbuch in 12 Kapitel, die neben den sicheren Totenzeichen, den diagnostischen Möglichkeiten der Obduktion (beispielsweise Untersuchungen verschiedener Körperflüssigkeiten) sowie die gesamte Bandbreite der Maßnahmen, die von Ärzten, Rechtsmedizinern, Polizisten oder Bestattern nach Auffinden des Toten zu ergreifen sind. Sogar die Auffindesituation und die Dokumentation dieser mit der Kamera haben ein eigenes Kapitel. Man merkt also schnell, dass das Buch das Thema umfassend behandelt.

Das Hauptaugenmerk des Lehrbuchs liegt ganz klar auf zahlreichen aussagekräftigen Abbildungen. Die natürlich notwendigen Erklärungen sind klar und strukturiert geschrieben und beziehen sich deutlich auf die bildliche Darstellung.

Fazit:

Das Lehrbuch „Leichenschau“ vom Schattauer Verlag richtet sich vor allem an Rechtsmediziner oder Studenten, die sich besonders für dieses Fach interessieren. Daneben spricht es aber auch weitere Berufe wie Polizisten oder Bestatter an. Eine Leichenschau muss jeder Arzt durchführen können, aber vor allem Notärzte kommen häufiger in derartige Situationen und gehören deshalb ebenfalls zur Zielgruppe von „Leichenschau“. Insgesamt überzeugt das Buch nicht nur durch inhaltliche Qualität der Texte und Bilder, sondern auch äußerlich durch einen stabilen Einband und hochwertige Seiten. Lediglich der nicht gerade niedrige Preis nagt etwas an dem sonst tadellosen Gesamteindruck.

Kurzinfo:

Autor(en):Ulrich Hammer, Andreas Büttner
Verlag:Schattauer
Auflage:1.
Erscheinungsjahr:2013
Seitenanzahl:154
Abbildungen:
307
Preis:59,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
5

>> „Leichenschau“ bestellen

Rezension: „Duale Reihe Allgemeinmedizin und Familienmedizin“

Duale Reihe Allgemeinmedizin und FamilienmedizinWie sich wahrscheinlich mittlerweile herumgesprochen haben dürfte, werden Allgemeinmediziner in Deutschland, und dort vor allem in ländlichen Regionen, knapp. Um dem Nachwuchsproblem entgegen zu wirken, kamen die Gesundheits- und Kultusministerien der Länder auf die Idee eine Famulatur in der Allgemeinmedizin zur Pflicht zu machen, was nun ab dem Jahrgang, der letzten Sommer das Physikum abgelegt hat, gilt. Außerdem wird das Blockpraktikum 2, also das Praktikum in einer Hausarztpraxis, nun an allen Universitäten für 2 Wochen verpflichtend angeboten.

Diese neue, größere Bedeutung der Allgemeinmedizin dürfte nun auch mehr Studenten dazu anregen sich vermehrt mit diesem Fach auseinanderzusetzen. Die Duale Reihe Allgemeinmedizin und Familienmedizin hilft dabei definitiv.

Das Lehrbuch teilt sich auf in 4 Teile, von denen sich der erste mit sogenannten hausärztlichen Behandlungskonzepten beschäftigt. Dahinter verbergen sich Aufgabenfelder, mit denen man in der Hausarztpraxis vermehrt zu tun hat, wie zum Beispiel Hausbesuche, Gesundheitsberatung, Impfungen, Arbeitsunfähigkeit, Gutachten, Naturheilverfahren oder psychotherapeutische Behandlungsansätze. Im zweiten Teil werden insgesamt 28 typische Symptome beziehungsweise Fälle besprochen, wie sie in der Praxis häufig auftreten. Dazu gehören Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Schwindel, Angst oder Depression. In Teil C des Buches werden theoretische Grundlagen der Allgemeinmedizin geliefert. Dazu gehören beispielsweise die besondere Arzt-Patienten-Beziehung, die auch häufig die Familie einschließt, ethische Fragen oder epidemiologische Aspekte der Allgemeinmedizin. Im abschließenden Teil werden häufig verwendete Formulare (Medikamentenrezepte, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Überweisungsscheine…) aus der Praxis erklärt. Diese Aufteilung ist sehr logisch und stellt vor allem die Besonderheit der Allgemeinmedizin und ihrer Bedeutung als zumeist erster Ansprechpartner einer Krankheit sehr gut heraus. Den zweiten Teil könnte man auch als Fallbuch sehen.

Das Buch verwendet wiederum das altbekannte Duale-Reihe-Prinzip und beinhaltet also die kurzlehrbuchartigen Zusammenfassungen am Seitenrand. Daneben erinnert das Layout natürlich komplett an andere Bücher dieser Reihe, da auch wieder die bekannten „Merke-Kästen“ vorkommen. Auffällig ist, dass es in diesem Buch besonders viele Fallbeispiele gibt, die vielleicht etwas darüber hinwegtrösten sollen, dass leider nicht sehr viele Bilder verwendet wurden.

Fazit:

Die Duale Reihe Allgemeinmedizin und Familienmedizin ist keineswegs nur eine Mischung aus Innere-, Untersuchungs-, Anamnese-, und Psychosomatikbuch. Es ist dem Autor sehr gut gelungen, die Alleinstellungsmerkmale und die Bedeutung der Allgemeinmedizin für die gesundheitliche Versorgung der Allgemeinheit darzustellen. Mehr Fotos und Abbildungen hätten den guten Eindruck der Texte und Aufteilung komplett abgerundet.

Kurzinfo:

Autor(en):Michael M. Kochen
Verlag:Thieme
Auflage:4.
Erscheinungsjahr:2012
Seitenanzahl:652
Abbildungen:
160
Preis:54,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
6

Rezension: „Taschenatlas Anästhesie“

Taschenatlas AnästhesieDer Taschenatlas Anästhesie von Thieme präsentiert sich im handlichen Format mit spannenden Abbildungen und Ablaufschemata auf jeder zweiten Seite.

Er gliedert sich in 15 farblich unterschiedlich gehaltene Abschnitte und beginnt wie die meisten Lehrbücher mit den Grundlagen des Faches. Dazu gehören neben den Narkosestadien und der Eigenschaften der verschiedenen Narkosemitteln auch die praöperative Visite und die Prämedikation. Nach den verschiedenen Medikationen und Gefäßzugängen wird dem Leser das Monitoring näher gebracht. Den Abschluss bilden dann die möglichen Komplikationen in der Anästhesie, die postoperative Versorgung und die leider einzige notfallmedizinische Komponente, die kardiopulmonale Reanimation. Im Anhang des Taschenatlas finden sich dann noch einige praktische Dinge, wie einige Normalwerte oder die Kurzprofile einiger wichtiger anästhesiologischer Medikamente oder Tabellen und Formeln zu Nebenwirkungen und praktischen Krankheitsklassifikationen.

Die Texte im Buch sind eigentlich sehr gut und verständlich geschrieben, aber vielerorts wirken sie doch etwas erdrückend auf den Leser, weil sie kaum durchbrochen werden, sondern im Blocksatz daher kommen. Die Abbildungen auf jeder zweiten Seite bilden eine gute Abwechslung und helfen beim Verstehen der Fakten. Durch die Beschränkung auf das Wesentliche ist der Taschenatlas wenigstens kurz gehalten und passt ja deshalb auch gut in eine Kitteltasche.

Im Vergleich zu früheren Taschenatlanten merkt man bei dieser Auflage einen deutlichen Qualitätssprung bei der Verarbeitung des Bucheinbandes. Dieser wirkt nun stabiler und abwehrkräftiger, da er aus stärkerem Plastik gefertigt zu sein scheint.

Fazit:

Der Taschenatlas Anästhesie hat das praktische Format dieser Reihe und außerdem verfügt natürlich auch er über die Farbtafeln auf den jeweils rechten Seiten des Buches. Diese passen immer thematisch sehr gut zu dem auf der linken Seite befindlichen Erklärtext. Dieser ist recht schlicht gehalten und verzichtet auf Schnickschnack wie weitere Boxen oder besondere klinische Bezüge. Dadurch findet man in der Regel aber auch schneller die Antwort auf eine Frage, was im Klinikalltag als PJler ja zum Beispiel stark von Vorteil ist. Für alle PJ-Studenten, die Anästhesie als Wahltertial gewählt haben, oder auch Anästhesie-Famulanten macht dieser Taschenatlas also auf jeden Fall Sinn, da man ihn gut in der Kitteltasche mit sich herumtragen kann und er im klinischen Bereich seine Vorteile hat. Für Semesterabschlussklausuren ist er aber nicht unbedingt notwendig.

Kurzinfo:

Autor(en):Norbert Roewer, Holger Thiel
Verlag:Thieme
Auflage:5.
Erscheinungsjahr:2013
Seitenanzahl:416
Abbildungen:
174
Preis:39,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
5

Rezension: „Kurzlehrbuch Physiologie“

Kurzlehrbuch PhysiologieDas beliebte Kurzlehrbuch Physiologie gibt es seit August nun schon in der 4. Auflage. Das Fach Physiologie findet für die meisten Medizinstudenten ab dem 3. Semester statt und ist eines der drei großen Bereiche im Physikum.

Das Kurzlehrbuch gliedert sich in insgesamt 20 Kapitel, wie „Kreislauf“, „Herz“, „Niere“, „Atmung“ und so weiter. Das dürfte den meisten Studenten zugute kommen, denn an vielen Universitäten gibt es neben dem Praktikum auch Seminare, die in verschiedene Themen unterteilt sind. Man dürfte also im Buch immer genau das richtige Kapitel für das jeweile Seminar bzw. Praktikum finden.

Wie bei den Kurzlehrbüchern von Thieme so üblich, beginnt jedes Kapitel mit einer thematischen Einleitung, also einem kleinen klinischen Fall, der dem Thema etwas mehr Leben schenkt. Als nächstes fällt einem der „Lerncoach“ auf, eine kleine Rubrik, in der nochmal kurz angerissen wird, welche Grundlagen für das jeweilige Kapitel notwendig sind und worauf beim Durcharbeiten zu achten ist. Außerdem gibt es die altbekannten „Merke-Kästen“, „Lerntipps“, „klinischen Bezüge“ und Abbildungen. Letzteres sind meistens Schemazeichnungen und Diagramme. Leider wurde beim Fettdrucken von wichtigen Begriffen nun wirklich nicht gespart, sodass einzelne Wörter gerne mal untergehen bei der Fülle der fetten, pinken Farbe.

Ein starkes Plus der neuen Auflage dieses Kurzlehrbuchs ist das ausgebaute Online-Angebot von Thieme. Mit dem sogenannten Campus-Online-Plattform kann man das Buch nämlich auch im Internet nutzen und so zum Beispiel schneller nach Begriffen suchen oder es als e-Book auf dem Tablet nutzen.

Fazit:

Das Kurzlehrbuch Physiologie von Jens Huppelsberg und Kerstin Walter umreißt die meisten physiologischen Themenkomplexe treffend und stellt genau das dar, was man erwartet. Es dient dem besseren Verständnis des Stoffes, indem man einen groben Eindruck davon bekommt, worum es geht. Vorlesungsbegleitend hat das Buch sicherlich seine größten Stärken. Aber natürlich sollte man nicht glauben, dass dieses Kurzlehrbuch alleine ausreichend für ein so großes Fach wie Physiologie ist. Einen „dicken Schinken“ sollte man also trotzdem noch im Regal stehen haben.

Kurzinfo:

Autor(en):Jens Huppelsberg, Kerstin Walter
Verlag:Thieme
Auflage:4.
Erscheinungsjahr:2013
Seitenanzahl:376
Abbildungen:
148
Preis:34,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
7